Die 57. Ausfahrt der Freunde alter Fahrzeuge Dachau e.V. am 13. Juni 2010
Vorab mal ein kleines Hirntraining aufgrund
folgender Daten:
57. Ausfahrt und 30 Jahre FaF.
Was heißt das????
- - - - Das heißt, daß der Oldtimerverein FaF sicherlich einer
der rührigsten Vereine bezüglich Ausfahrten ist. Denn, wenn in
30 Jahren Vereinsbestehen schon 57 Ausfahrten durchgeführt wurden,
dann sind das - nach Adam Riese - rund zwei Ausfahrten pro Jahr. Nochmal:
zwei Ausfahrten pro Jahr !! Und das konsequent über
drei Jahrzehnte hinweg !! Dieses soll uns einer mal nachmachen! Denkt bitte
auch daran, welche Vorbereitungen für solche Ausfahrten notwendig sind.
Und es wird alles ehrenamtlich erledigt!
Kommt nur am Ausfahrtag vorbei und rattert hinter dem Vordermann her. Passt
schon...
Ihr wisst sicher auch, was die Ehrenamtlichen anstachelt? Es ist wie im
richtigen Leben auch: DER ERFOLG. Wenn bei den Ausfahrten um die 120 Fahrzeuge
mit rund 200 Personen unterwegs sind, dann ist das Ansporn genug, sofort
die nächste Ausfahrt anzugehen. Zudem kommt, daß in all den Jahren
nichts „schief“ gelaufen ist. Ehrfurchtsvoll die FaF-Kappe vom
Kopf. Danke.
Bei der 57. Ausfahrt ging`s zu wie bei jeder anderen Ausfahrt auch: Karlo
schrieb nachher „der Wettergott muß ein Oldtimer-Fan sein“,
weil er es vor 8.00 Uhr am Ausflugstag regnen ließ und pünktlich
die himmlische Sprinkleranlage abdrehte. Ich glaube auch, daß Petrus
(ist nicht er zuständig fürs Wetter???) ein Oldiefan ist und uns
nur die Straßen vom Staub befreien wollte. War ja gut gemeint, denn
die Fahrzeuge, die sich wieder auf dem Kauflandparkplatz trafen, waren ausnahmslos
in bestem Zustand. Seht euch wieder die Bilder an, herrlich. Auch einige
Exoten fanden sich ein. Zum Beispiel ein dunkelroter 1100er Fiat. Aber nicht
so einer wie ihr jetzt meint, sondern ein Unikat, das von der Firma Frua
für die IAA 1957 (!!) gebaut wurde, mit Heckflosse, wie modern - damals.
Auch ein seltener Lotus Esprit, mit (zu Recht) stolzem Besitzer. Habt ihr
den Lloyd Alexander gesehen, sah aus wie gestern vom Band abgeholt. Nur
zur Erinnerung: Mercedes 300 SL, zwei Ferrari 328 GTS (S steht für
Spider), ein Glas 1700 GT in einer sonnenbrillenerforderlichen Farbe, aber
wunderherrlich, ein 700er BMW Cabrio diesmal in hellgrün, sehr schön,
DKW F 102 mit Rallye-Ambitionen, ein Citroen 11 CV, genannt Gangsterwagen,
und und und.. Bei den Motorrädern habe ich insofern meine Probleme,
weil ich mich dafür – offiziell - nur am Rande interessiere.
Schande über mich. Ursache: ich besitze keinen passenden Führerschein!!
Wenn ich mir aber eure Maschinen ansehe, werden meine Zähne lang und
länger und ich überlege mir jedesmal, ob ich trotz meines fortgeschrittenen
Alters nicht doch noch.....Bis jetzt hat die Unvernunft gesiegt. Aber die
eingeschworene Motorrad-Clique kennt ALLES und JEDES rund ums benzingetriebene
Rad, so daß sie auf meinen Kommentar sicherlich großzügig
auch zukünftig verzichten können.
Wie ging es weiter? Einer unserer englischen Sportwagenfahrer vermisste
kurzfristig sein „Bettspielzeug“, dieses konnte aber durch genaueste
Hinweise unversehens wieder gefunden werden. Beim Einweisen einer BMW Isetta
hätten mich die oben genannten Motorradfahrer beinahe ohne Beiwagen
auf große Fahrt mitgenommen, sie waren - nach einem nicht hörbaren
Startschuss - durch nichts mehr aufzuhalten. Allen voran dieser Einertshofer
Paulus mit seinen Konsorten. Nachdem der Lärm abgenommen und der meiste
Rauch sich in höhere Luftschichten verzogen hatte, fragte mich ein
scheinbar erstmals dabei gewesener Motorradler allen Ernstes: „Sind
die Motorräder schon weg?“ Antwort: „JA, aber da hinten
stehen noch ein paar von der Bande“. „Danke.“ „Bitte“......Na
sauber, Leute gibt`s. War`ns die Abgase, die was vernebelt hatten??
Ich muß die verschlungenen Wege zum Tagesziel Reichenstein, Gasthof
Brummer nicht mehr ausführlich beschreiben, nur so viel, ICH habe mich
mindestens 4mal verfahren.
Als Ursache kommt nicht die Streckenbeschreibung in Frage, sondern die Navigatoren,
sprich Beifahrerinnen. Wir Schäfers waren auf drei Alfa Romeos hintereinander
unterwegs und jede Sozia hatte die Wegebeschreibung auf dem Schoß,
mit der Bitte um genaue Ansage, die aber zunehmend weniger wurde.... Wir
hatten am Vortag noch ausgiebig Geburtstag gefeiert und etwas überzogen
(...mehr sog i net...)
Nach der glücklichen Zielankunft stellte
sich heraus, daß die drei Damen – vermutlich zeitgleich –
ihren fehlenden Schönheitsschlaf nachgeholt hatten. Na Servus, do kummst
weida.
Nochmals schönen Gruß an die uns nachfolgenden Mercedese, deren
Herrschaften es ja gewohnt sind, verwöhnt zu werden. Wir haben ihnen
ja nur noch mehr Landschaft und Gegend (sprich Pöttmes) zeigen wollen....
Ich konnte nicht einschlafen, weil ein grüner MB 180 D hinter mir fuhr.
Wer von den Dabeigewesenen behauptet, dieses Fahrzeug nicht zu kennen, muß
taub sein. Welch ein Zündungsgeräusch. Ein Ohrenschmaus. Heutzutage
wäre jeder 40 Tonner froh, wenn er ohne Auspuffanlage nur annähernd
diesen Sound erzeugen könnte...unvorstellbar! Aber sehr flott unterwegs,
der 180er, mit 43 PS und geschätzten 1,5 Tonnen Kampfgewicht hat der
Albert die Karre meisterhaft um die Ecken gewuchtet. Nur beim Parken hat
er geschludert. Die Pinkelpause konnte die 180 D-Navigatorin nicht nützen,
da auf ihrer Beifahrerseite die Brennnesseln dermaßen hoch und nah
am Fahrzeug gewachsen waren, daß selbst der brennnesselgrüne
Diesel sich auf der rechten Seite Brennnesselbrandblasen eingefangen haben
muß.
Habe ich bei der Rückfahrt den Volker C. Koch auf den Knien vor einem
Triumph Motorrad kauernd sehen oder war´s doch vor der Conny? Ich
konnte nicht so genau hinsehen, da jetzt Autorechtsseitig der Nachmittagsschlaf
angesagt war.
Es gäbe sicherlich noch die ein oder andere Geschichte dieser 57. Ausfahrt
zu erzählen, aber wir wollen ja auch die genauen Daten der Ausfahrt
nennen. Also:
Es waren 4 Gespanne, 22 Motorräder und 77 Automobile, die die Wegstrecke
unter die Räder nahmen. Im Gasthaus Brummer speisten 170 Personen und
das nicht schlecht. Es gab Rinderbraten mit Spätzle und „kleinem“
Knödel. Vorab, zur Beruhigung, gemischten Salat. Siehe auch hiervon
Fotos... Die Wegstrecke betrug – hin zum Brummer und zurück zum
Gasthaus Kiermeier – gepflegte 130 Kilometer. Schon wieder kein Ausfall
einer Maschine. Nur ein Zündapp Janus hüstelte etwas und vielleicht
lag Volker doch vor einer Triumph B 200. Auf alle Fälle kein kompletter
Ausfall, was für die Qualität dieser alten und uralten Fahrzeuge
und natürlich auch deren Besitzer spricht.
Wie immer gab es auch wieder Ehrungen:
weiteste Anreise Motorrad: 130 KM Gottfried
Specht aus Rettenbach Honda MB 8,Bj.1980
weiteste Anreise Auto: 153 KM Wolfgang Müller aus Giengen/Fils Ford
Capri I, Bj.1972
schönstes Auto: Simca Ariane Bj. 1962 von Hubert Krebs aus Weßling
Streckenwart: Paulus Einertshofer
Null € Aushilfe: Hans Laub
Leer Abschlepper: Franz Samhuber
Kniefallschrauber: Volker C. Koch
Was gab es noch? Ja klar, Kaffee und Kuchen
beim Kiermeier. Formel Eins um 18.00 Uhr und anschließend König
Fußball. Eines der besten Dinge an diesem Tag war, daß es nach
Beendigung der Ausfahrt wieder ausgiebig zum Regnen anfing. A Hund is a
scho, der Petrus und a Oldtimerfan is a ganz gwies, des steht fest.
Also Freunde alter Fahrzeuge, haltet eure Maschinen diesmal sehr genau in
Ordnung, für dieses Jahr war es das mit der Ausfahrt. Ihr wisst auch
warum: 30 Jahre Feier am 12.09.2010.
Nehmt die neu erworbene Jeans-Tasche und kauft Papiertaschentücher
für Eure Entzugstränen (oder sind es Regentropfen??). Auf alle
Fälle: schönen Sommer noch.
Servus, Euer Schriftführer
Dieter Schäfer
57. Ausfahrt
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